Die türkische Riviera ist berühmt für ihre kilometerlangen Sandstrände – doch die wahre Magie liegt in den Buchten, die man nur über schmale Pfade, mit dem Boot oder durch lokalen Tipp erreicht. Sieben dieser Orte stellen wir vor, dazu was sie besonders macht und wie du hinkommst.

Kaputaş Beach – Der türkisblaue Klassiker

Zwischen Kaş und Kalkan liegt Kaputaş Beach, eingebettet zwischen steilen Felswänden. Erreichbar über 187 Treppenstufen, die von der Küstenstraße D400 hinabführen. Die Bucht ist nur etwa 150 Meter lang, aber das türkisfarbene Wasser und die hohen Felsen machen sie zu einem der fotografierbarsten Strände der Türkei. Tipp: Früh morgens kommen, ab 11 Uhr füllt sie sich. Schatten gibt es kaum, also Sonnenschirm mitbringen.

Phaselis – Antike Stadt am Meer

Drei Buchten in einer antiken Ruinenstadt – das ist Phaselis, etwa 50 km westlich von Antalya. Du kannst zwischen den 2000 Jahre alten Mauern wandeln und zwischendurch ins Wasser springen. Die Nord-, Mittel- und Südbucht haben jeweils eigenen Charakter; die Südbucht ist am ruhigsten. Eintritt zum Archäologiegelände inklusive. Schwimmschuhe empfohlen, da der Strand teils steinig ist.

Suluada – Die "Malediven der Türkei"

Eine unbewohnte Insel südlich von Adrasan, erreichbar ausschließlich per Boot. Suluada hat zwei Buchten mit weißem Sand und kristallklarem Wasser – der Spitzname kommt nicht von ungefähr. Tagestouren ab Adrasan oder Çıralı kosten zwischen 30-50 Euro inklusive Mittagessen an Bord. Beste Zeit: Mai bis Oktober. In der Hauptsaison kann es voll werden, dann auf Wochentage ausweichen.

Patara Beach – 18 Kilometer Einsamkeit

Der längste Sandstrand der Türkei und gleichzeitig Nistplatz der Caretta-Caretta-Schildkröten. Weil Patara als Nationalpark geschützt ist, gibt es keine Hotels direkt am Strand, kaum Liegen, dafür endlosen feinen Sand. Westlich des Hauptzugangs sind selbst in der Hochsaison weite Abschnitte fast menschenleer. Zwischen Mai und Oktober ist der Strand nach Sonnenuntergang gesperrt, um die Schildkröten zu schützen – ein wichtiger Grund warum dieser Ort noch unverdorben ist.

Cleopatra Beach in Sedir Island

Eine kleine Insel im Golf von Gökova mit einem Strand aus außergewöhnlich rundem, weißem Sand. Die Legende sagt, Marc Anton habe den Sand für Cleopatra aus Afrika herbringen lassen. Geologisch ist es Korallensand, der nur hier vorkommt – das Mitnehmen ist deshalb streng verboten und wird kontrolliert. Erreichbar per Boot ab Akyaka oder Çamlı. Die Insel hat zusätzlich antike Ruinen eines Amphitheaters.

Adrasan Bay – Familienfreundlich und ruhig

Adrasan, etwa 80 km südwestlich von Antalya, hat sich seinen ursprünglichen Charakter bewahrt. Die geschützte Bucht ist ideal für Familien mit Kindern – flaches Wasser, kaum Wellen, am Strand kleine Restaurants in dem typischen Hütten-Stil. Ein guter Ausgangspunkt für Bootstouren zu noch versteckteren Buchten wie Ceneviz-Bucht, die nur per Boot erreichbar ist.

Mavi Mağara (Blaue Grotte) bei Kaş

Streng genommen kein Strand, sondern eine Höhle, die du nur per Boot erreichst und in der das Wasser durch einen Lichteffekt intensiv blau leuchtet – ähnlich der Blauen Grotte auf Capri. Geführte Touren ab Kaş kombinieren die Grotte mit Schwimmstopps in benachbarten Buchten. Beste Lichtbedingungen zwischen 11 und 14 Uhr.

Die schönsten Orte der türkischen Riviera findest du selten in den Hotel-Broschüren. Wer bereit ist, früh aufzustehen, ein Boot zu chartern oder eine schmale Bergstraße zu nehmen, wird mit Stränden belohnt, an denen das Wasser noch so klar ist wie auf den Postkarten aus den 70er-Jahren.