Die türkische Küche ist eine der drei großen Weltküchen – neben der französischen und der chinesischen. Sie schöpft aus tausend Jahren osmanischer Hofküche, jahrtausendealter anatolischer Bauernküche und Einflüssen vom Balkan bis zum Kaukasus. Was du wirklich probieren solltest und wo du es bekommst, zeigen wir hier.

Meze – Das beste Vorspiel

Meze sind kleine Vorspeisen, die du zum Rakı oder Wein bestellst. Die klassischen: Haydari (Joghurt mit Knoblauch und Dill), Patlıcan Salatası (geräucherter Auberginen-Salat), Cacık (kalter Joghurt mit Gurke), Ezme (scharfe Tomaten-Paprika-Paste), gebratene Sardinen, gefüllte Weinblätter. In Antalya am besten in den Fischrestaurants direkt am Kaleiçi-Hafen oder in Kalkan/Kaş. Rechne mit 8-12 verschiedenen Meze auf einem Tisch, dazu Fladenbrot und Rakı.

Pide und Lahmacun – die türkischen "Pizzen"

Pide ist eine bootsförmige Teigtasche, belegt mit Käse, Hackfleisch, Sucuk oder Eiern – frisch aus dem Steinofen. Lahmacun ist dünn ausgerollter Teig mit feinem Hackfleisch, Tomate und Petersilie belegt, wird gefaltet und mit Zitrone gegessen. Beide Gerichte kosten an guten Plätzen zwischen 80-150 Lira. Empfehlung: such kleine Pide-Salonu in Wohnvierteln, nicht in der Touristenmeile.

Köfte – Türkische Frikadellen mit Geschichte

Jede Region hat ihre eigene Köfte-Variante. Inegöl Köfte (Bursa-Region, klein und kompakt), Adana Köfte (lang am Spieß, scharf gewürzt), Tekirdağ Köfte (mit reichlich Pfeffer und Petersilie). Klassisch werden Köfte mit Bulgur, Tomatensalat, scharfen grünen Paprika und reichlich Brot serviert. Ein Köfte-Salon hat in der Regel eine simple Karte – das ist gut, dort konzentrieren sie sich auf eine Sache.

Kebab – Mehr als nur Döner

Vergiss den Currywurst-Döner aus Berlin. Echter türkischer Kebab hat unendliche Varianten. İskender Kebab (dünn geschnittenes Lammfleisch mit Tomatensoße, Joghurt und brauner Butter), Adana Kebab (handgemachte Hackfleisch-Spieße), Beyti Kebab (in Yufka-Teig gewickelt, im Ofen gebacken), Çöp Şiş (kleine Lammspieße). Top-Adressen sind die mit Kohleofen statt Gas, der Geschmack ist anders.

Mantı – Anatolische Mini-Maultaschen

Winzige Teigtaschen mit Hackfleisch gefüllt, serviert mit Knoblauch-Joghurt und scharfem Paprika-Öl. Eine Spezialität aus der Region Kayseri, aber überall im Land beliebt. Gute Mantı erkennst du an der Größe – je kleiner die Taschen, desto höher die Qualität. Hausgemachte Mantı ist eine Stunden-Arbeit, daher in besseren Restaurants etwas teurer.

Balık Ekmek – Fischsandwich vom Bosporus

Streng genommen ein Istanbul-Gericht (am Eminönü-Hafen serviert), aber auch in Antalya bekommst du es. Frisch gegrillter Makrelen-Filet, im Brot mit Zwiebeln und Petersilie. Einfach, günstig (ca. 50-80 Lira), sehr lecker. An den Fischer-Booten im Kaleiçi-Hafen findest du sie.

Baklava und Künefe – die Süßigkeiten-Stars

Baklava: dünner Filo-Teig, Pistazien, Zuckersirup. Die besten kommen aus Gaziantep – wenn ein Café damit wirbt, ist das Qualitäts-Indiz. Künefe: ein süß-salziger Käsekuchen aus Kadayıf-Fäden, geschmolzenem Käse und Sirup, heiß serviert. Eine Spezialität aus Hatay, sehr beliebt nach üppigem Abendessen. In Antalya empfehlen wir „Köşk Künefe" in der Altstadt.

Çay und Türk Kahvesi – die Getränke-Rituale

Schwarztee in tulpenförmigen Gläsern den ganzen Tag (ohne Milch, mit Würfelzucker). Türkischer Kaffee am Nachmittag: ungefiltert, in Kupfer-Cezve gekocht, mit Schaum oben und Satz unten – nie umrühren, nie den Satz trinken. Klassisch wird er mit einem Stück Lokum (Türkisches Honig) und einem Glas Wasser serviert. Wer einmal mit der Tradition vertraut ist, wird sie nicht mehr missen.

Die türkische Küche zu verstehen, ist ein Lebensprojekt. Aber die ersten Schritte machen Spaß. Probiere in jeder Stadt mindestens ein lokales Spezialgericht, frage Einheimische nach ihrem Lieblingsrestaurant (nicht den Hotelportier), und sei mutig bei der Bestellung – die größten Entdeckungen passieren bei Gerichten, deren Name du noch nie gehört hast.